Die Saison 2018/ 2019, die erste Landesligasaison unter Trainer Monty von der Ah, zeichnete sich gleich als unsere bisher erfolgreichste Landesligasaison. Dies stimmte uns motiviert und zuversichtlich in Bezug auf den Plan, sich Saison für Saison nach oben zu arbeiten und bald um den Aufstieg mitzuspielen. Mit Beginn der Vorbereitungsphase mussten wir uns allerdings einer anderen Realität stellen: Die Trainingsbeteiligung war durchweg kritisch gering. Aus verschiedenen Gründen nahmen über die gesamte Vorbereitungszeit selten mehr als zehn Spieler am Training teil, so dass es kaum möglich war, sich konzentriert mit der weiteren Verbesserung unserer Spielabläufe und ähnlichem zu befassen. Neben einer deutlichen Verlangsamung handballerischer Fortschritte führte dies auch zu einer Belastung der mannschaftlichen Moral und Kohärenz.

Entsprechend gefrustet stiegen wir in den Spielbetrieb ein, vermochten uns in den ersten Partien aber selbst positiv zu überraschen. Mit dem bedauerlichen, umzugsbedingten Abgang unserer langjährigen Mitspieler Lennart Pfeiffer und Lennart Ramberg, aber auch erfreulichen Rückkehr von Patrick Brähler und Dominik Hoff, traten wir zum ersten, schweren Auswärtsspiel gegen die MTV Großenheidorn II an. Nach couragiertem Auftritt konnten wir unerwartet ein Unentschieden erzielen, mit durchaus der Möglichkeit auf einen Sieg. Es folgte eine Heimniederlage gegen die bis dato ungeschlagenen TSV Anderten II, doch auch in dieser Partie hatten wir uns teuer verkauft. Gegen die TuS Vinnhorst II gelang dann auswärts der erste Sieg, den wir nach zwischenzeitlicher 7-Tore-Führung unnötig spannend werden ließen. Noch sehr viel spannender und mitnichten unnötig gestaltete sich folgend das Heimspiel gegen die HSG Herrenhausen/ Stöcken, die wir mit einem Treffer in der im wahrsten Sinne des Wortes letzten Sekunde bezwangen.

Unsere positiven Auftritte in diesem schweren ersten Drittel der Hinrunde täuschte gut über die weiterhin dauerhaft schwache Trainingsbeteiligung hinweg. Die Quittung folgte in der dann vermeintlich leichteren Phase. Nach unterirdischer Leistung kamen wir gegen die inzwischen letztplatzierte TuS Sulingen nicht über ein Unentschieden hinaus und mussten uns im folgenden Heimspiel gegen die HSG Schaumburg-Nord II nach vergleichbarem Auftritt gänzlich geschlagen geben. Noch härter, aber nicht ganz so unerwartet kamen wir dann in der Ferne gegen die HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf unter die Räder. Erst gegen die inzwischen Vorletzten Lehrter SV II konnten wir wieder einen Sieg einfahren, bei dem wir uns aber erneut nur bedingt souverän zeigten.

Auch beim folgenden Sieg auswärts gegen die TSV Friesen Hänigsen fehlte es oftmals an Souveränität. Dennoch hatten wir uns mit den zwei Siegen in Folge wieder etwas gefangen und lieferten im Heimspiel gegen den TV Eintracht Sehnde eine überraschend starke Leistung ab. Dem aktuell Drittplatzierten rangen wir ein Unentschieden ab, was eigentlich sogar ein Sieg hätte sein müssen. Die letzten beiden Partien des Jahres führten uns in die Ferne gegen den SV Sportfreunde Söhre II und die TuS Grün-Weiß Himmelsthür und liefen bedauerlicherweise sehr ähnlich ab. Nach zwei katastrophalen ersten Halbzeiten lagen wir jeweils mit acht Toren zurück, durch deutliche Leistungssteigerungen gelangen uns beide Male noch sensationelle Aufholjagden, die jedoch am Ende ohne Punktgewinn blieben.

Mit 11:13 Punkten finden wir uns im stabilen Mittelfeld der Tabelle, allerdings weit entfernt von dem angestrebten oberen Tabellendrittel. Diesen eher enttäuschenden Verlauf haben wir uns angesichts der über weite Strecken erschreckenden Trainingsbeteiligung sicherlich selbst zuzuschreiben, entsprechend ist immer wieder Frust in der Mannschaft spürbar. Andererseits haben wir gleichzeitig in vielen Spielphasen gezeigt, dass das Potential da ist, mit allen Mannschaften dieser Liga mitzuhalten. Wir stellen mit Lukas Riegel bereits den Spieler mit den mit Abstand meisten Treffen und auch Dominik Hoff erweist sich als einer der effizientesten Schützen der Liga. Mit etwas mehr Abstimmung und Routine in den Spielabläufen – sowohl in der Abwehr als auch im Angriff – hätten wir deutlich mehr Punkte einfahren können. Wir müssen es also schaffen, in Zukunft die Trainingsbeteiligung zu steigern und zu stabilisieren, damit sich die Abstimmung und Routine einspielen kann und wir insgesamt mehr Selbstsicherheit gewinnen. Mit etwas mehr Investitionsbereitschaft haben wir also die Möglichkeit, die Rückrunde deutlich erfolgreicher zu gestalten.